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Der große Osterwetter-Rückblick seit 1947

Die Bandbreite des Osterwetters ist im Vergleich zu anderen Feiertagen besonders groß, denn Ostern findet jedes Jahr zu einem anderen Zeitpunkt statt. Es ist natürlich ein Unterschied bezüglich des Sonnenstandes, ob Ende März oder Ende April die Festtage anstehen.

In der folgenden Tabelle sind jeweils das Tagesmittel / Maximum und Minimum der Lufttemperatur, die Niederschlagsmenge und Sonnenscheindauer sowie Schneehöhe und Windspitze für den Ostersonntag und Ostermontag seit 1947 aufgeführt.

Wichtig zu beachten ist, dass eben nur diese beiden Tage ausgewertet worden sind. Es kann in den Tagen davor (Gründonnerstag bis Ostersamstag) oder danach natürlich deutlich wärmer/kälter oder nasser/trockener etc. gewesen sein. Zur Schneehöhe sei noch gesagt, dass diese nur zu einem Termin am Tag morgens gemessen wurde. Es kann natürlich dazwischen trotzdem, zum Beispiel in einem Schneeschauer, für eine kurze Schneedecke gereicht haben! Dies lässt sich anhand der Daten nicht verifizieren.

Die Daten sind allesamt in Warnemünde (Station an der Strandpromenade) gemessen worden.

Das früheste Ostern im Zeitraum seit 1947 war übrigens im Jahr 2008, gefolgt von 1951. Das späteste Ostern 2011, gefolgt von 2000 und 1962.

Überblick meteorologischer Extreme

Wirklich warme Ostern mit Temperaturen über 20°C sind selten. Erinnerungen bestehen womöglich noch an die sehr milden und sonnigen Ostertage im Jahr 2000, 2003, 2009, 2011 sowie 2014. Die kühleren und wechselhaften Ostern sind jedoch in der Überzahl. Das mittlere Tagesmaximum eines Ostersonntags bzw. Ostermontags liegt im Rostocker Ostseebad bei nur 9,7°C.

Für das gesamte Bundesland Mecklenburg-Vorpommern betrachtet gab es warme und teils sommerliche Ostern 1952, 1962, oder auch 2000.

Ein Sommertag am 13.04.1952 (Ostersonntag) in Boizenburg und Dömitz an der Elbe, eher frische Temperaturen dagegen an der mecklenburgischen Küste. Sogar einstellig blieb der Höchstwert auf der Greifswalder Oie.

Noch extremer zeigten sich die Temperaturunterschiede zum Osterfest zehn Jahre später: 20-Grad Differenz zwischen Arkona/Rügen (7,0°C) und Neustrelitz (27,2°C), somit lagen auch im Empfinden Welten zwischen dem exponierten Küstenort mit Seewind und der mollig warmen Residenzstadt im südlichen Mecklenburg.

Hochsommerliche Temperaturen von bis zu 29°C gab es am 23.April 2000 mit einem intensiven Warmluftvorstoß aus Südeuropa. Auch auf den Ostseeinsel Rügen, Hiddensee und Usedom wurde die Sommertagsmarke von 25°C geknackt.


Besonders wenn die Feiertage schon Ende März oder Anfang April liegen, kann durchaus noch Schnee und Frost die Eiersuche erschweren.

Eine geschlossene Schneedecke gab es zu Ostern 1970 (29./30.März) und im vorletzten Jahr 2018 (01./02.April). Schneefall, der nicht oder nur kurzzeitig liegenbleibt, tritt häufiger auf. Zuletzt war dies am 16.April 2017 (Ostersonntag) und am 23. und 24.März 2008 der Fall.

Die MV-Karte mit den Schneehöhen-Meldungen vom 29.03.1970 und 01.04.2018:

1970 gab es durchaus stattliche Schneeauflagen von 10 bis 20 cm Mächtigkeit in der Osthälfte, z.B. auch auf den Inseln Rügen und Usedom.

Die massiven Nassschneefälle zum Ostersonntag 2018 dürften vielen in Erinnerung geblieben sein.


Minusgrade wurden in Warnemünde zu Ostern 1951, 1969, 1970, 1974, 1975, 1993, 2008 und 2013 gemessen, wobei die beiden Letztgenannten als die kältesten Auferstehungsfeste in der mittlerweile 74-jährigen Messreihe von Warnemünde zu bewerten sind.

Eisige Tiefstwerte von bis zu -9°C in Groß Lüsewitz am Ostersonntag 2013 (31.März).

Winterliche Höchstwerte von nur 0 bis 3°C zu Ostern 2008 und 2018:


Ausgesprochen sonnenscheinreich verlief Ostern 2011. Von Gründonnerstag bis Ostermontag zeigte sich nahezu keine Wolke am Himmel und es summierten sich fast 70 Sonnenstunden. Mehr geht nicht! Eine ähnlich phänomenale Sonnenausbeute, sogar noch minimal besser, schaffte die Osterzeit im Jahr 2019.

Insbesondere seit der Jahrtausendwende gab es auffällig viele sonnige Ostertage, während in den 1960er-Jahren trübe Festtage dominierten. Das extremste Beispiel dafür ist das Jahr 1966, als von Gründonnerstag bis Ostermontag (07. bis 11.April) nicht eine Minute Sonnenschein an der Warnemünder Wetterstation registriert wurde. Zusätzlich fiel immer wieder Regen, am Ostersonntag sogar 20 l/m².


Sehr windig mit Sturmböen verlief Ostern 1978, 1982 und 1992.

Am 27.März 1978 (Ostersonntag) meldeten die Wetterstation Schwerin und Teterow orkanartige Böen der Stärke 11. In Neubrandenburg trat sogar eine Orkanböe von 119 km/h auf.


Eine Zunahme warmen Wetters über die Ostertage lässt sich nicht feststellen, die Temperaturextreme verteilen sich recht gleichmäßig über den ausgewerteten Zeitraum. Beim Niederschlag und Sonnenschein sieht es etwas anders aus. Seit den 1990er-Jahren häufen sich die sonnigen und trockenen Ostersonntage und Ostermontage. Ganz und gar nicht frühlingshaft war natürlich das Osterfest 2018, welches das wohl schneereichste aller Zeiten darstellte (15 cm in Warnemünde, bis zu 35 cm im westlichen Landkreis Rostock) und dadurch als absolut denkwürdiges Ereignis einzuschätzen ist.

Alle Messwert-Karten stammen von https://kachelmannwetter.com/de/messwerte

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