Feiertagswetter Vorhersage / Modellprognosen

Spannende Wetterentwicklung zu Weihnachten- Luftmassengrenze bahnt sich an / Reicht es für eine Schneedecke an den Feiertagen?

Nach überwiegend milden und meist komplett schneefreien Weihnachten seit 2011 verspricht die Wetterentwicklung in diesem Jahr Hochspannung. Mit Stand von heute Abend, 18. Dezember, ist noch alles offen. Anders als in den Vorjahren zum selben Zeitpunkt sind die Chancen auf ein kaltes Weihnachtsfest mit Potenzial für Schneeflocken und eine Schneedecke deutlich besser, denn es tauchen durchaus winterliche Berechnungen in den Wettermodellen auf.

Favorisiert wird momentan eine Luftmassengrenze quer über Deutschland. Der äußerste Nordosten und damit insbesondere Mecklenburg-Vorpommern hätte dann bundesweit die besten Karten hinsichtlich Schnee und Kälte. Während von Skandinavien her kalte Winterluft hereinströmen könnte, hält von Süden her mit auflebender Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik eine subtropische Luftmasse dagegen. Je nach Konstellation ist im Übergangsbereich klassischerweise mit Schneefall und gefrierendem Regen zu rechnen.

Blau stellt winterliche Kaltluft dar, welche sich nach diesem Modelllauf bis in den Norden von Deutschland festsetzen könnte, von Süden drückt subtropische Luft dagegen.
Mitten über Deutschland würde eine Luftmassengrenze mit großen Wetter- und Temperaturgegensätzen entstehen.
Quelle: https://kachelmannwetter.com/de/modellkarten/euro/2021121800/europa/gwl-synoptik-komposit/20211225-1200z.html

Andere Modelle lassen die milde Luft ab Heiligabend schon komplett Deutschland einnehmen (z.B. deutsches Modell ICON), sodass man in jedem Fall auch noch die Variante eines weiteren milden und grauen Weihnachtsfestes mit Regen in Betracht ziehen muss. Die Modellläufe schwanken von Mal zu Mal noch zu stark und bieten kein einheitliches Bild. Auch eine nachhaltige Einwinterung ab Weihnachten muss als Gegenstück als Option gesehen werden.


Hier einmal die sogenannten Vorhersage-Ensembles vom europäischen und amerikanischen Wettermodell für die Lufttemperatur in Rostock (Rechnungen 18.12.2021 0z/12z). Dabei werden bis zu 50 verschiedene Varianten eines Modells betrachtet, welche durch Änderung der einfließenden Antriebsdaten erzeugt werden und bezüglich einzelner Einstellungen der Modellphysik und/oder Anfangsbedingungen eine Modifizierung erfahren. Dadurch erhält man eine Spannweite an möglichen Lösungen und kann besser einschätzen, welche Wetterentwicklungen wie wahrscheinlich sind.

Eindeutig zeichnet sich das Einfließen von einem Schwall Kaltluft ab Montag ab (siehe eng verlaufende Linien im Bereich um 0°C am 22./23.12.), doch unklar ist genau ab Heiligabend, ob sich die Winterluft festigt oder milde Luft von Süden her einströmt. Ab dem 24.12. ergibt sich ein großer Spielraum in den Berechnungen.

Das Mittel der Läufe vom aktuellen europäischen Modell (ECMWF) verbleibt zwar im kalten Bereich um bzw. unter 0°C (siehe schwarze Linie), manche Berechnungen reichen jedoch bis an milde 10°C heran.

Das amerikanische GFS-Modell sieht insgesamt etwas geringe Chancen auf frostige Weihnachten, zeigt aber auch (noch) ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Es bleibt also spannend und extrem schwierig zu prognostizieren, ob sich eine scharfe Luftmassengrenze ausbildet und in welchen Regionen sich welcher Gewinner im Luftmassengerangel abzeichnet.


Hoffnung für Anhänger einer „Weißen Weihnacht“ besteht aber noch. Die folgende Karte zeigt die momentane Wahrscheinlichkeit für eine Schneehöhe > 2 cm am 1. Weihnachtsfeiertag (25.12., 13 Uhr) nach dem ECMWF-Modell. Insbesondere in der Osthälfte von M-V liegt jene bei 50-60 %.

Quelle (nur mit Abo abrufbar):

Noch ein kleiner Rückblick anhand einiger Messwert-Karten auf vergangene Weihnachtstage des letzten Jahrzehnts.

Legendär und natürlich nicht fehlen, darf das dick verschneite Weihnachten 2010 mit teils 30 bis 60 cm Schneehöhe. Der 25.12.2010 ist auch der letzte Eistag (Tx <0,0°C), welcher bis heute in MV auf den Zeitraum von Weihnachten fiel.

Nach 2010 lag lediglich am Morgen des Heiligabend im Jahr 2012 noch eine nasse Schneedecke, welche jedoch bis zum 25.12. schon abtaute.

Quelle: https://kachelmannwetter.com/de/messwerte/mecklenburg-vorpommern/schneehoehen-tag/20121224-0600z.html

Anschließend lässt sich noch eine dünne weiße Überraschung am 26.12.2014 in einem Streifen vom LK Rostock bis zur Seenplatte im Archiv finden. Seitdem gab es überhaupt keinen Schnee mehr zum Weihnachtsfest innerhalb von Mecklenburg-Vorpommern.

Quelle: https://kachelmannwetter.com/de/messwerte/mecklenburg-vorpommern/schneehoehen-tag/20141226-0600z.html

Stattdessen ereigneten sich derart milde Festtage, wie der 26. Dezember 2015 mit extrem überdurchschnittlichen 10 bis 15°C:

Quelle: https://kachelmannwetter.com/de/messwerte/mecklenburg-vorpommern/tageshoechsttemperatur/20151227-0000z.html

Einen ausführlichen Rückblick auf das Weihnachtswetter in Warnemünde und für ganz Mecklenburg-Vorpommern seit 1947 gibt es außerdem auf diesem Wetterkanal unter diesem Link:


Am Montag (20.12.) wird es hier ein Update mit den neuesten Prognosen für das Weihnachtswetter 2021 geben.

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