Jahresauswertungen Klimadaten & Rekorde Rückblicke und Analysen

Das Wetterjahr 2025 in Rostock und Warnemünde – mildes Jahr mit wenig Eis und Schnee, unbeständigem Sommer und schwacher Sturmtiefsaison

Das Jahr 2025 war an der Rostocker Küste geprägt durch ein extrem trockenes Frühjahr, einen wechselhaften Sommer ohne stabiles Hoch und viel unauffälliges „Durchschnittswetter“ mit kaum Unwettern. Die wirklich großen Wetter-Highlights blieben aus.

Ein erster Kurzüberblick mit den wichtigen Messwerten und Datenauswertungen:

Nach der neuen historischen Höchstmarke bei der Jahresmitteltemperatur mit 11,45°C aus 2024 positionierte sich das zurückliegende Jahr 2025 mit 10,71°C an Platz 5 der wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn im Ostseebad und damit auch weit oben in der Hitliste. Die Abweichung gegenüber dem Referenzmittel der Periode 1961-1990 lag bei rund +2,2 K, jene im Vergleich zur Periode 1991-2020 bei etwa +0,8 K. 2025 ist seit 2014 das 12. Jahr in Folge, welches überdurchschnittlich auch gegenüber dem neueren 30-Jahres-Mittel von 1991-2020 abschließt. Jedoch ist die Warnemünder Temperaturmessreihe nicht ganz homogen, sodass gegenüber den Mitteltemperaturen der Zeit bis etwa 1990 ungefähr 0,1 bis 0,3°C abgezogen werden müssten. Näheres dazu wird in einem extra Beitrag im Laufe des Jahres berichtet.

Ein großer Hitzesommer blieb wie bereits im Vorjahr aus – dafür war Trockenheit ein großes Thema im Frühjahr, trotz nasserer Perioden in den Folgemonaten im Sommer und Herbst ist in der Jahresendabrechnung ein Niederschlagsdefizit zu verzeichnen.

Einen neuen Monats- oder Jahreszeitenrekord bei der Temperatur gab es im zurückliegenden Jahre keinen, die größten positiven Abweichungen vom Klimawert (1991-2020) wiesen der Dezember (+2,2 K) und März (+1,8 K) auf. 2025 schaffte es wie 2024 erneut, dass alle Monate gegenüber dem Klima der Jahre 1961-1990 sowie 1991-2020 im Plus landeten, also eine positive Temperaturabweichung aufwiesen („zu mild/warm“). Jedoch hatten der Februar, Mai und August nur minimale positive Anomalien (+0,1-0,2 K) im Vergleich zu 1991-2020, lagen somit praktisch im Durchschnitt der neueren 30-Jahresperiode. Bei der Jahreszeitenbetrachtung sticht keine heraus, von Winter 2024/25 bis Herbst 2025 waren alle etwas zu mild/warm, ohne die großen Extreme. Die geringste positive Anomalie ergab sich für den Sommer (+0,7 K ggü 1991-2020).

Der Monat mit der höchsten Durchschnittstemperatur war der Juli mit 19,1°C (+0,7 K ggü 1991-2020). Dahinter reihten sich August (18,6°C) und Juni (17,3°C) ein. Als kältester Monat in 2025 ging der Februar mit 2,4°C (+0,1 K ggü 1991-2020) aus der Bilanzierung hervor.

Das absolute Temperaturmaximum von 36,0°C datiert auf den 02. Juli. Nach zwei Jahren Pause gab es somit wieder einen sehr heißen Tag/Schwerhitzetag (>=35,0°C). Die Zahl der Hitzetage mit einem Höchstwert von mindestens 30,0°C lag insgesamt bei 3 und damit in einem „normalen“ Bereich. Ähnliches gilt für die Anzahl von 20 Sommertagen (Tmax >=25,0°C), welche im Schnitt der vergangenen 30-40 Jahre liegen, aber vermutlich vom Empfinden her anders eingeordnet werden, da wir aus der jüngsten Vergangenheit teils noch deutlich mehr 25+°C-Tage gewohnt sind. So ist die Anzahl von 20 Sommertagen die niedrigste im Ostseebad seit 2017. Das Jahresminimum ist am 17. Februar mit -7,0°C registriert worden und fiel in der historischen Einordnung eher mild aus (1991-2020: -9,9°C). Insgesamt summierten sich 40 Tage mit Frost, immerhin höchster Jahreswert im Ostseebad seit 2021 und nicht so weit entfernt vom Klimawert (1991-2020: 47,5). Nennenswerte Kälte war dennoch selten. Dauerfrost gab es nur am 12. und 17. Februar sowie 25. Dezember. Die winterlichste Witterungsperiode ereignete sich um Mitte Februar herum mit 13 Tagen mit frostigen Tiefstwerten in Folge. Bei meist knappen Plusgraden als Tagestopwerte und trockener Polarluft gab es an 3 Tagen morgens zum Klimatermin um 07 Uhr eine Schneedecke von 1 bis 2 cm Mächtigkeit. Hinzu kommt ein früher Schneedeckentag im noch meteorologisch-statistischem Herbst mit dem Jahresmaximum von 4 cm im November. Insgesamt war es allerdings analog zur Kälte ein schneearmes Jahr mit lediglich 4 Schneedeckentagen und 15 Schneefalltagen. An weniger Tagen wurden Schneeflocken nur 2020 (12), 1974 (13) sowie 1948 und 2024 (14) beobachtet.

Für den Parameter Niederschlag lässt sich folgendes Resümee ziehen: Es war ein vergleichsweise trockenes Jahr, vom 01. Januar bis 31. Dezember summierten sich 525,9 l/m². Das Klimamittel von 1961-1990 mit 589 l/m² (89 % / -63 l/m²) sowie auch 1991-2020 mit 616 l/m² (85 % / -90 l/m²) ist verfehlt worden. Die höchste Tagesmenge fiel am 21. Juli mit 44,1 l/m² durch eine Gegenstromlage mit Dauerregen. Für 156 Tage und damit für deutlich weniger als im Vorjahr (197) ist messbarer Niederschlag verzeichnet, an exakt 100 Tagen gab es mindestens 1,0 l/m² – beide Werte liegen unterhalb des Klimamittels (ggü 1991-2020: -17 Tage / -12 Tage). Deutlich nasser als im langjährigen Durchschnitt waren nur der Juli und Oktober, sehr trocken dagegen Februar, März, April, August sowie Dezember.

Beim Sonnenschein lässt sich ein neuer Jahresrekord für die Anzahl der Tage mit Sonnenschein verkünden. An 315 Tagen schien die Sonne mindestens 0,1 h – also mindestens etwa 5-6 Minuten. Die bisherige Höchstmarke der Messreihe seit 1947 lag bei 312 Tagen aus 2005. Die Gesamtsonnenscheindauer von 2025 war auch üppig, verfehlte aber mit 2033 h die Rekordmarke von 2190 h aus 2018 deutlich. Dennoch machte die Sonne ordentlich Überstunden und schien circa 200 Stunden länger als im langjährigen Durchschnitt der Periode 1991-2020. Das Jahr ordnet sich auf Rang 5 der sonnenscheinreichsten Jahre in Warnemünde ein, hinter 2018 folgen 1959 (2092 h), 1947 (2056 h) und 2020 (2055 h).

Sonnigster Monat war der Juni mit rund 272 Stunden, deutlich mehr Sonnenstunden als im Mittel hatten zudem der März (zweitsonnigster seit 1947), April, August, September und Dezember parat. Einen Ausreißermonat mit extrem viel Sonne gab es jedoch nicht. Klar unterdurchschnittlich präsentierte sich keiner der 12 Monate.

Die Analyse der Winddaten zeigt, dass 2025 mit der mittleren Windgeschwindigkeit als durchschnittliches Jahr in die Statistik eingeht. Der errechnete Wert beträgt 4,8 m/s (= 17,3 km/h / BFT 3). Besonders windschwach waren die hochdruckgeprägten Monate Februar und März mit 3,8 bzw. 4,0 m/s, am windigsten war der Oktober (6,0 m/s).

Die Spitzenböe betrug nur 86,4 km/h (Bft 9) und datiert auf den 03. Januar (Sturmtief AARON). Seit Beginn von Windmessungen in Warnemünde gab es noch nie eine niedrigere Jahres-Windspitze (Rekord eingestellt) – 1987 waren es ebenfalls 86 km/h als Maximum. Schwere Stürme blieben somit vollständig aus. Nur an einem Tag erreichte der Wind im 10-Minuten-Mittel die Sturmstärke (mind. Bft 8). Zum Vergleich: In den Jahren 2023 und 2022 lag die Anzahl bei 10 bzw. 9, im vorletzten 2024 – auch sturmarm – bei 2.

Die Anzahl der Gewittertage war mit 13 unterdurchschnittlich, am meisten Blitz und Donner ist im Mai und Juni verzeichnet worden (je 4 Gewittertage). Nebel trat im Ortsbereich an 25 Tagen auf – höchster Jahreswert seit 2017, insgesamt aber ein weiteres eher nebelarmes Jahr (Mittel 2000-2025: 29,7).


Chronologie des Wettergeschehens in 2025

Nun eine kleine Reise durch das Wetterjahr 2025 mit den spannendsten und herausragenden Ereignissen:

Niedrigwasser/Sturm und Absage Turmleuchten am 01. Januar

2025 begann turbulent mit drei windigen bis stürmischen Tagen, solche sollten insgesamt Seltenheitswert im abgelaufenen Jahr behalten. Das traditionelle Warnemünder Turmleuchten am Neujahrstag wurde abgesagt, und später am 01. März nachgeholt. Der Wind wehte am 01.01. ablandig aus SW mit Böen der Stärke 8, das Ostseewasser wurde von der Küste weggedruckt, somit stellte sich Niedrigwasser ein. Am Strand dominierte im Uferbereich der „Flugsand“.

Flugsand am Strand von Warnemünde am 01.01.2025

Zum 03. Januar wurde schließlich schon die Jahres-Spitzenböe von 86,4 km/h (Bft 9) gemessen, rückseitig des Tiefs strömte Polarluft ein und es reichte für einen Hauch von Schnee, jedoch ohne geschlossene Schneedecke.

Eine dünne durchbrochene Schneedecke am 03. Januar 2025 am Strand von Warnemünde.

Schnee und Glatteisregen am 05. Januar

Am 05. Januar bahnte sich das schnelle Ende der „Winter light“-Episode an. Die ausgeprägte Warmfront des Tiefs BERND pflügte einmal von SW nach NO über Deutschland und räumte zuletzt nach nochmaligem Schneefall und anschließend gefrierendem Regen in der Nacht zum 06. Januar auch bei uns an der Ostseeküste die Kaltluft aus. Die Temperaturunterschiede innerhalb kurzer Zeit waren groß: Am 05.01. um 20 Uhr meldete der Temperatursensor -1°C in Warnemünde, am Folgetag registrierte die Messtechnik zur selben Uhrzeit am Abend +11°C!

Lufttemperatur Warnemünde vom 05.01. 20 Uhr bis 06.01. 20 Uhr. Quelle: https://kachelmannwetter.com/de/messwerte/mecklenburg-vorpommern/temperatur/20250106-1900z.html#obs-detail-101700

Video von Rostock-Heute aus Warnemünde:

Quelle: Youtube-Kanal von Rostock-Heute.de https://www.youtube.com/watch?v=qrJLgQ6-N9Q

Sturmhochwasser am 11./12. Januar

Ein Hochwasserereignis zum Jahresbeginn hat mittlerweile fast schon Tradition. Wie schon häufiger in den vergangenen Jahren (z.B. 2017, 2019 und 2024) trat ein jenes auch diesmal auf. Das Tief „Charlie“ lag mit einem Kerndruck von rund 990 hPa über dem Baltikum und erzeugte zusammen mit einem Hochdruckkomplex über den Britischen Inseln und Skandinavien ein ausgeprägtes Starkwindfeld über der südlichen Ostsee. Dadurch traten am 11.01.2025 länger anhaltende kräftige Nordwestwinde auf, die sich im Verlauf des 12.01.2025 zunehmend auf nördliche Richtungen drehten und das Wasser gegen die Küste drückte. Laut den offiziellen Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Ostsee erreichte der Wasserstand in Warnemünde einen Höchstwert von 6,15 m, das entspricht 1,17 m über dem Normalmittelwasser (NMW). Am Pegel Mühlendamm in der Unterwarnow wurden gegen 16 Uhr sogar 6,25 m bzw. 1,27 m über NMW registriert. Damit lag der Wert dort knapp oberhalb der Schwelle zur mittleren Sturmflut, die ab 1,25 m über NMW definiert ist.

Im Rostocker Stadthafen tritt die Warnow an manchen Stellen leicht über die Ufer (11. Januar 2025).

Der breite Strand wurde insbesondere im Bereich der Westmole großflächiger überspült. Auf der Westmole selbst holten sich Besucher nasse Füße, sie wurde leicht vom Ostseewasser überspült. Wer trocken bleiben wollte, musste auf die Molenmauer klettern.

Video von Rostock-Heute aus Warnemünde:

Quelle: Youtube-Kanal von Rostock-Heute.de https://www.youtube.com/watch?v=P9tKHz0rC6Y

Winterperiode mit etwas Schnee vom 14. bis 19. Februar

Den ersten Schneedeckentag des Jahres gab es dann am 14. Februar mit 1 cm mittlerer Schneehöhe. Aus östlichen bis nordöstlichen Richtungen wurde eine recht kalte kontinentale Luftmasse herangeführt, am 12. und 17. reichte es für zwei Eistage, die Tageshöchsttemperatur blieb somit unter 0,0°C.

Am 16. lagen nach einem kräftigen nächtlichen Schneeschauer von der Ostsee her etwa 2 cm Schnee, am Strand stark verweht. Zusammen mit der klaren Luft und Sonnenschein ergab sich ein toller Wintertag.

In Rostock fror die Warnow abschnittsweise leicht zu und trug eine dünne Eisdecke.

Trockenheit Februar-Mai

Angefangen im zweiten Monat des Jahres stellte sich eine regional historische Frühjahrstrockenheit in Mecklenburg-Vorpommern ein. Quasi über Wochen und letztendlich Monate hatten wir es bis auf wenige Unterbrechungen mit einer „gestörten Zirkulation“ zu tun. Hoher Luftdruck dominierte über Deutschland, dem Atlantik, Island und Südskandinavien. Die Hochdruckzone erstreckte sich somit im eigentlichen Hoheitsgebiet der atlantischen Frontalzone – die de facto nicht mehr existierte. Es zeigte sich eine starke Erhaltungsneigung der blockierenden Hochs, welche sich immer wieder neu regenerierten und zudem gab es auffallend geringe Luftdruckgegensätze (kaum Wind). Wir befanden uns zeitweise im „Wetterniemandsland“. Es passierte so gut wie nichts, meist stellte sich nur die Frage nach mehr oder weniger Bewölkung, warnrelevante Parameter spielten fast gar keine Rolle, am ehesten noch dichter morgendlicher Nebel/Seenebel. Insgesamt dominierten häufig eher kühle/kalte nördliche Strömungen, daher registrierte die Wetterwarte noch überdurchschnittliche 22 Bodenfrosttage im Frühling.

Mehr zu der außergewöhnlichen Witterungsperiode in diesem Bericht:

In Warnemünde summierten sich vom 01. Februar bis 30. April knapp 32 l/m² Niederschlag. Das ist neuer Minimum-Rekord in diesem 3-Monatszeitraum für das Ostseebad (seit 1947).

Im März konnte mit dem 30. nur ein Tag mit nennenswertem Niederschlag (>= 1 l/m²) verzeichnet werden.

mtwetter.de https://www.mtwetter.de/meteogramm/4271-2025-03.png?1768043968715

Erste Wärme (fast Sommertag) im April

Die ersten Sommergefühle kamen bereits Mitte April auf. Am 15. erwärmte sich die Luft bis auf 23,8°C. Dieser Wert liegt nur knapp hinter dem Rekord für die 1. Aprilhälfte in Warnemünde (24,1°C / 04.04.1953).

Später Kälteeinbruch mit Kaltluftgewittern in der 3. Maidekade

Nach der langen Trockenheit folgten Ende Mai endlich kräftigere Niederschläge. Vorher stand jedoch der temperaturtechnische „Tiefpunkt“ eines ohnehin schon eher frisch temperierten Monats an. In den Morgenstunden des 23. kühlte es in 2 m-Lufttemperaturhöhe bis auf 4,2°C ab. So tiefe Werte nach Mitte Mai gab es in Warnemünde zuletzt 1997 (24.05.: 4,1°C / 25.05.: 3,6°C). Dazu kamen in hochreichend kalten maritimen Polarluft Graupelschauer und über der Ostsee Nachtgewitter.

Kräftige Schauerstraße über der Ostsee am Morgen des 23. Mai 2025 bei nur 4 bis 5°C Lufttemperatur. Quelle: Webcam Hotel Neptun, https://hotel-neptun.panomax.com/web?cu=de-DE

Leuchtende Nachtwolken (NLCs) am 28./29. Juni

In der Nacht vom 28. zum 29. Juni ließen sich zwischen 23 und 00 Uhr und dann nochmal zwischen 02 und 03 Uhr über Rostock und Warnemünde schöne Leuchtende Nachtwolken (engl. noctilucent clouds, kurz NLC) beobachten.

NLCs sind sehr hoch liegende, feine Wolken in der Mesosphäre in etwa 80–85 km Höhe – also deutlich höher als die gewöhnlichen Wolken, welche unser Wetter prägen (Troposphäre, max. 13 km). Sie bestehen aus winzigen Eiskristallen, die sich im Sommer in den kalten, oberen Luftschichten bilden (oft an Staub-/Partikelchen als „Kondensationskeimen“).

Man sieht sie nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang, wenn die Sonne für uns am Boden schon unter dem Horizont steht, die Wolken in dieser großen Höhe aber noch von unten angestrahlt werden. Dadurch leuchten sie silbrig-bläulich und wirken oft wie faserige, wellenförmige Schleier.

Leuchtende Nachtwolken über dem Rostocker Stadthafen in der Nacht vom 28. zum 29. Juni 2025.

Video von Rostock-Heute aus Warnemünde:

YouTube-Kanal von Rostock-Heute.de https://www.youtube.com/watch?v=8l48jllmh2M

Sehr heißer Tag am 02. Juli, doch insgesamt unbeständiger Sommer

Es war der überragende Ausreißer-Hitzetag im Jahr 2025. Am 02. Juli erklomm das Thermometer auch direkt am Ostseestrand die 35°C-Marke („sehr heißer Tag“), das Maxima an der DWD-Station von Warnemünde betrug schließlich 36,0°C. Der Juli-Tag reiht sich damit auf Platz 4 der heißesten Tage seit Bestehen der Wetterwarte ein, es ist zudem das neunte Mal dass ein Tagesmaximum von >=35,0°C aufgetreten ist.

Die höchsten Tagesmaxima in Warnemünde (seit Juli 1946)
38.4 °C20.07.2022
36.9 °C09.08.1992
36.3 °C04.08.2022
36.0 °C02.07.2025
35.9 °C30.06.2019
35.5 °C31.07.2018
35.3 °C05.08.1994
35.1 °C21.07.1992
35.0 °C29.06.1947

Am Nachmittag war es fast windstill am Strand, die Luft bewegte sich quasi nicht. Die Hitze stand, die Menschen schwitzten. Der Seewind konnte erst zum Abend gegen 18 Uhr durchgreifen.

Der 22. Juni und 14. August waren die weiteren Hitzetage des Jahres. Insgesamt vermissten viele Einheimische und Urlauber eine beständige Hochdruckwetterlage. Stattdessen dominierten meist feuchte Atlantikluftmassen mit nur mäßig warmer Luft (um 20°C). Im Juli fiel an 20 der 31 Tagen Regen, insgesamt kamen 117 l/m² zusammen.

mtwetter.de https://www.mtwetter.de/meteogramm/4271-2025-07.png?1768044388576

Gewitteraufzug + Regenbogen 02. und 13. September

Der Spätsommer brachte noch einzelne sehr warme Tage. In der 1. Septemberhälfte gesellten sich in feuchtlabiler Luft auch Gewitterlagen dazu. Einen gewittrigen Schauer mit Mammatuswolken und Regenbogen nach dem Durchzug gab es am 02. des Monats. Am 13. überquerte eine weitere Zelle mit Starkregen und anschließendem Regenbogen am Abend die Stadt und Rostocker Küste. Eine der wenigen fotogenen Gewitterereignisse des Jahres.

Kein „Indian Summer“ – Oktober mit ungewöhnlich kühlem Höchstwert

Eine sehr milde oder sogar warme Spätsommer-/Frühherbstphase gab es im vergangenen Jahr nicht mehr. Der Übergang in die kältere Jahreszeit schien ohne große Ausreißer zu erfolgen. Dennoch war der Oktober im Durchschnitt noch 0,5 bis 1,0°C zu warm (je nach Klimaperiode). Bemerkenswert war jedoch das niedrige Monatsmaxima der Lufttemperatur von nur 16,0°C in Warnemünde, es ist hinter 1974 (12,7°C), 1994 (15,2°C) und 1963 (15,6°C) der kälteste Oktober-Höchstwert. Der zehnte Monat war außerdem relativ nass, es gab 22 Regentage (mind. 0,1 l/m²).

mtwetter.de https://www.mtwetter.de/meteogramm/4271-2025-10.png?1768044680204

Schnee am 24. November

Der erste Wintereinbruch der neuen Saison kam in der 3. Novemberdekade. Am 21.11. ging die Lufttemperatur in Warnemünde erstmalig in den Frostbereich und am Morgen des 24.11. sorgte ein von Westen aufziehender Tiefausläufer in der noch vorherrschenden Kaltluft für Schneefall. Bei Minusgraden blieb dieser auch sofort liegen und verwehte leicht bei böigem Südwind. Bis 09 Uhr hatte sich eine Schneedecke von 4 cm ausgebildet, die höchste des Jahres 2025. Im Tagesverlauf setzte jedoch bereits Tauwetter ein, Schneeflecken/-reste hielten sich jedoch noch bis zum 27. November.

Sehr milde Nächte in der Vorweihnachtszeit

Nach der ersten kurzen winterlichen Periode ging es im Dezember dann wieder hoch hinaus mit den Temperaturen. Kräftige Atlantiktiefs schaufelten auf ihrer Vorderseite im Zusammenspiel mit einem Osteuropahoch sehr milde Luftmassen aus Südwesteuropa und den Subtropen in unsere Region. Die Tiefs selber waren jedoch so weit entfernt, dass ihre regenbringenden Frontensysteme nicht übergreifen konnten. Bis auf zeitweise leichten Regen/Sprühregen passierte nicht viel, auch der Wind war nicht stark. Die Dezember-Spitzenböe lag bis Weihnachten bei gerade einmal 49 km/h (Bft 6).

Gesondert betrachtet werden sollen die Tage vom 08. bis 10. Dezember. Die Höchsttemperaturen von 12,3 / 12,5 und 12,6° sind schon bemerkenswert mild für die Jahreszeit, doch rekordträchtig waren die Nachtwerte. Das 24-stündige Minima am 09.12. betrug 10,9°C, gefolgt von 10,6°C am 10.12.. Zwei Tage in Folge kühlte es somit nicht unter 10°C ab. Der Wert vom 09.12. stellte den Winterrekord vom 04.12.2004 ein und sorgte für eine neue Dezember-Höchstmarke seit Messbeginn.

Die hohen Minima resultierten aus der Advektion außergewöhnlich milder Luftmassen mit ausreichend Wind und sehr dichter Bewölkung, ergo kaum nächtliche Ausstrahlung/Abkühlung.

Die 5 höchsten 24h- Tagesminima im Winter (Dez-Feb)
10.9 °C04.02.2004
10.9 °C09.12.2025
10.6 °C02.02.2002
10.6 °C10.12.2025
10.4 °C29.12.1994

Trockenheit im Dezember

Der Dezember war durch die oben beschriebene Konstellation mit Tiefs lediglich weit draußen auf dem Atlantik auch außergewöhnlich trocken. Vom 10. bis 29.12. fiel 19 Tage in Folge sogar überhaupt kein messbarer Niederschlag. Die höchste Tagessumme betrug 2,9 l/m² (07.12.) und die Gesamt-Monatssumme in der Endabrechnung magere 9,6 l/m². Damit erlebte Warnemünde den trockensten Dezember seit 1946, in der Gesamtmessreihe seit 1901 ist es der fünfttrockenste. Im langjährigen Mittel sind es 51 l/m² (1991-2020). Zudem machte die Sonne deutlich Überstunden mit insgesamt 62,6 Stunden Sonnenschein. Nur drei Dezember-Monate seit 1947 waren sonnenscheinreicher.

Die 5 niedrigsten Monatsniederschlagssummen (Dezember)
7.6 mm1930
8.0 mm1903
8.2 mm1946
9.0 mm1932
9.6 mm2025

Kalte Weihnachten, aber ohne Schnee

Pünktlich zu Weihnachten floss aus Osten trockenkalte Kontinentalluft ein und der 25.12. wurde verbreitet ein Dauerfrosttag. Was jedoch fehlte: Schnee. Die Kaltluft blieb unter Hochdruckeinfluss und so verwöhnte uns zwar die Sonne längere Zeit, die Winterliebhaber und Schneeromantiker kamen aber nicht so recht auf ihre Kosten.


Mess- und Beobachtungsdaten zum Jahr 2025 / Wetterwarte Warnemünde

Übersicht Jahresverlauf – verschiedene Parameter


Diagramme 2025

  1. Temperaturverlauf
Besonders hervor stechen die 3 Hitzetage mit über 30°C, sowie sehr milde Tage im März und April.
Die gelbe Linie zeigt die Höchsttemperaturen an allen Tagen vom 01. Januar bis 31. Dezember in 2025. Die rote und blaue Linie markieren die bisher aufgezeichneten Extreme (Max/Min für Tagesmaxima). Insgesamt gab es 11 neue Tagesrekorde für die Höchsttemperatur im abgelaufenen Jahr (alles Wärmerekorde). Die meisten verbuchten der März und November mit je 3. Zum Vergleich: 2024 waren es 13, 2023 10 und 2022 17.

2. Vergleich Monatsdaten von Temperatur/ Niederschlag / Sonnenschein / Wind mit Klimamittelwerten der Referenzperioden

Alle Monate liegen über dem langjährigen Durchschnitt, auch gegenüber dem neueren Vergleichszeitraum 1991-2020 (mehrere aber nur sehr knapp). Die größte positive Abweichung hatte der Dezember, gefolgt vom März.
Die Auswertung ergab nur 4 Monate mit überdurchschnittlicher Niederschlagsmenge, insbesondere der Juli und Oktober sind hierbei zu nennen. Sehr trocken fielen Februar, März, August und Dezember aus.
Wirklich trübe Monate gab es in 2025 überhaupt nicht. Mit dem Januar, Juli, Oktober und November bewegten sich vier Monate im durchschnittlichen Bereich beim Sonnenschein gegenüber 1961-1990 und 1991-2020. Die restlichen Monaten hatten einen Sonnenstundenüberschuss.
Der wechselhafte/unbeständige Sommer fiel mit vergleichsweise hohen Mittelwinden auf, wobei die Abweichung zur Referenzperiode nicht überbordend hoch ist. Ziemlich windschwach waren Februar, März und April sowie zum Jahresende November und Dezember.

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