
Mit 0,7°C Flächenmitteltemperatur war es in Mecklenburg-Vorpommern der kältester Winter seit 2012/13, auch fiel erstmals seit 13 Jahren überhaupt eine Wintersaison mit negativer Abweichung („zu kalt“) gegenüber dem neuen Klimamittel 1991-2020 aus. Im Vergleich zu 1961-1990 ist dennoch eine Anomalie von +0,5°C zu bilanzieren. Der Dezember war bis Weihnachten sehr mild – dieses große Plus konnte die kalte Witterung im Januar/Februar nicht mehr kompensieren, zumal die letzten Februartage dann erneut deutlich überdurchschnittlich verliefen.
Die Anzahl der Eistage (Tmax <0,0°C) lag mancherorts mit 25 bis 35 so hoch wie seit 2010/11 nicht mehr. In Kombination mit der spektakulären Ostseevereisung an den vorpommerschen Küsten sowie bis zu 40 Schneedeckentagen (vielerorts Maximum seit 2012/13) war es für die jüngere Vergangenheit ein bemerkenswerter Winter und Freunde des gepflegten Winterwetters mit Eis und Schnee kamen ordentlich auf ihre Kosten. Besonders waren auch viele Eisregenereignisse mit teils massiver Vereisung von Straßen/Wegen, sonstiger Infrastruktur und Vegetation. Die Zahl der Tage mit gefrierendem Regen seit Jahresbeginn lag lokal bei über 10!
Ansonsten: Es war ein insgesamt trockener Winter. Mit gut 93 l/m² wurden nur etwa 65 (1961-1990: 130 l/m²) bzw. 71 Prozent (1991-2020: 144 l/m²) des üblichen Winterniederschlags erreicht. Die Sonnenscheindauer addierte sich auf 175 Stunden, damit schien die Sonne etwas länger als im Klimamittel (1961-1990: 144 h / 1991-2020: 152 h).
Auffällig war darüber hinaus die erneute „Abwesenheit“ kräftiger Sturmtiefs in unserer Region. Beispielsweise in Schwerin betrug die Winter-Spitzenböe im Zeitraum 01.12. bis 28.02. gerade einmal 66,6 km/h (Bft 8) und war damit rekordniedrig seit Winddaten für die Landeshauptstadt vorliegen (seit den 1970er-Jahren). In Marnitz in Süd-Mecklenburg reichte es sogar nur für schlappe 56,9 km/h als Maximalböe, das entspricht lediglich Windstärke 7.

