Hagel ist insbesondere im Küstenumfeld der Ostsee eine seltene Begleiterscheinung sommerlicher Gewitter. Im langjährigen Mittel gibt es pro Jahr beispielsweise in Boltenhagen und Warnemünde nur einen Tag mit Hagel (Korngröße mindestens 1 cm, darunter spricht man von Graupel). In vielen Jahren ist überhaupt kein Hagel beobachtet worden. Doch es gibt sie in ganz seltenen Fällen auch bei uns in der Region: Schadensträchtige Hagelstürme! Ein solches Beispiel ist die Unwetterlage vom 02. August 1948 im nordwestlichen Mecklenburg.
Nach einem heißen Sommertag mit bis zu 34°C an der Küste brach am späten Abend ein Hagelsturm im Bereich Grevesmühlen bis Klütz/Boltenhagen von Süden herein. Die Eisklumpen erreichten im Mittel einen Durchmesser von 2 cm. Orkanartige Böen der Stärke 11 erhöhten das Schadensbild enorm. Sogar Dachziegel und Fensterscheiben wurden zertrümmert und die Ernte war fast komplett hinüber. Regional fielen insgesamt 50 l/m² in kurzer Zeit.
Der damals diensthabende Wetterbeobachter P. Klug der meteorologischen Station Boltenhagen berichtete vom Wettergeschehen und den Auswirkungen in einem Artikel in der Zeitschrift für Meteorologie (1949):


Quelle: P. Klug: Der Hagelsturm vom 2. August 1948 und seine katastrophale Auswirkung auf die Landwirtschaft im ,, Klützer Winkel “ . Zeitschrift für Meteorologie, Heft 3, 1949 , S. 115-116

