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Schweres Sturmhochwasser zum Jahresauftakt

Zum Jahreswechsel kam ordentlich Schwung in die Wetterküche. Das kräftige Sturmtief „Zeetje“ zog vom Nordmeer kommend Richtung Baltikum und brachte am Neujahrstag zunächst stürmischen Westwind mit Böen bis Stärke 10, bevor ab der Nacht zum 02. Januar auf der Rückseite des Tiefs nördliche Winde das Wasser der Ostsee zurück an die Ufer drückte. Da sich über den Britischen Inseln als Gegenspieler zu „Zeetje“ gleichzeitig ein umfangreiches Hochdruckgebiet festigte, blieb der kräftige Gradient (große Luftdruckunterschiede) auch am zweiten Januartag bestehen und es stellte sich ein schweres Sturmhochwasser mit Höhepunkt zum Nachmittag ein.

In Warnemünde wurde der maximale Pegelstand mit 667 cm (entspricht 167 cm Abweichung vom mittl. Wasserstand) um 14:53 Uhr erreicht, dies entspricht dem höchsten Pegelstand im Ostseebad seit 65 Jahren. Am 04.01.1954 waren es 172 cm über MW.

Seit 1872 wird in Warnemünde regelmäßig der Pegelstand gemessen und aufgezeichnet. Die Daten zeigen, dass nach dem verheerenden Hochwasser vom 12./13. November 1872 mit etwa 2,70 m über normal die höchsten Wasserstände am 30.12.1913 (1,91 m) und 31.12.1904 (1,88 m) auftraten. Nach 1954 folgt dann bereits das aktuelle Sturmhochwasser auf Rang 5 seit Beginn der Aufzeichnungen. Somit wurde auch die schwere Sturmflut vor 2 Jahren (04.01.2017: 1,60 m) übertroffen.

Am Pegel Rostock (Mühlendamm) wurden am 02. Januar in der Spitze 183 cm über normal registriert.


Winddaten der DWD- Station Warnemünde zum Sturm „Zeetje“:

Spitzenböe: 29,6 m/s (106,6 km/h, Bft 11) am 02.01. gegen 02:30 Uhr in einem Graupelschauer

Höchstes 10-min-Windmittel: 21,2 m/s (76 km/h, Bft 9) am 02.01., 04:10-04:20 Uhr

Tageswindmittel 01.01.: 13,8 m/s (50 km/h, Bft 7)

Tageswindmittel 02.01.: 14,7 m/s (53 km/h), Bft 7)


Im Folgenden einige Fotos vom 02.01.2019, das Sturmhochwasser ließ den Alten Strom über die Ufer treten und verkleinerte den breiten Sandstrand um etliche Meter. Viele Sandfangzäune wurden von den Fluten bzw. dem Winddruck beschädigt. Der Nordwest- bis Nordsturm sorgte bei weitgehend trockenem und sonnigem Wetter außerdem für große Sandverfrachtungen bis auf die Promenade und angrenzende Straßen.

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