
Mecklenburg-Vorpommern war im Juli 2026 hinter Schleswig-Holstein das zweitkühlste Bundesland. Im Flächenmittel wurden 18,4°C errechnet. Damit war es gegenüber dem früheren 30-Jahres-Referenzzeitraum 1961-1990 (16,8°C) zwar um 1,6°C „zu warm“, verglichen mit der neueren Klimaperiode 1991-2020 (18,2°C) jedoch durchschnittlich temperiert. Nach ziemlich kühlen und windigen Tagen zu Beginn gab es eine Periode mit Sommertagen (>=25°C) um die Monatsmitte herum, es blieb jedoch bei angenehmer seichter Wärme, an der Küste durch häufigen Seewind oft nur um 20-22°C. Danach folgte erneut eine wechselhafte Phase mit maritimer Luftmasse vom Nordatlantik. Hitze stellte sich nur kurz, aber intensiv zum Monatsende am 29./30. ein. In der Spitze wurden bis zu 38°C in MV gemessen.
Die Niederschlagsbilanz fiel regional sehr unterschiedlich aus. Nahe Hagenow im Südwesten von Mecklenburg sind örtlich bis knapp 200 l/m² gefallen, dagegen summierten sich weniger als 30 l/m² l/m² z.B. auf Hiddensee und teilweise im Norden von Rügen sowie im Bereich Stavenhagen. Obwohl MV im Juli das zweitnasseste Bundesland war, ist mit etwa 58 l/m² als Flächenmittelwert das Klimamittel (1961-90: 66 l/m² / 1991-20: 71 l/m²) nicht ganz erreicht worden.
Die Sonne schien im Flächenmittel rund 250 Stunden lang (1961-1990: 223 Stunden / 1991-2020: 236 Stunden), am sonnigsten war es wie so oft an der exponierten Nordspitze von Rügen mit knapp 290 Stunden Sonnenschein.
Durch häufige kräftige Luftdruckgegensätze zwischen Tiefs über Skandinavien/dem Baltikum und Hochs auf dem Atlantik war es insbesondere an der Ostsee ein ausgesprochen windiger Sommermonat. In Warnemünde wurde z.B. die höchste mittlere Windgeschwindigkeit eines Sommermonats seit Juli 1990 registriert. An manchen Küstenabschnitten traten an mehr als 20 Tagen starke Böen (mind. Bft 6) und über 10 Tagen stürmische Böen (mind. Bft 8) auf.
Am 30.07. wurde die Hitze rabiat ausgeräumt und es meldeten viele Stationen an Gewittern und auch ohne Niederschlag Sturmböen Bft 9 und mancherorts schwere Sturmböen Bft 10. Die landesweite Windspitze meldete Hiddensee-Dornbusch mit 130 km/h (Bft 12). Bei Brüsewitz (NW-Mecklenburg) gibt es einen Tornadoverdachtsfall.
Weitere starke Gewitter waren insbesondere am 16. und 17. Juli unterwegs, in Thulendorf (LK Rostock) ist die Mühle beim Durchzug einer kräftigen Gewitterzelle beschädigt worden. Auch hier kann ein Tornado nicht ausgeschlossen werden.

